Do

26

Nov

2015

Finger weg von der Pille


Franny Fine macht sich Gedanken um die Risiken der AntiBaby Pille

 

Wenn es um die eigene Gesundheit geht, sind wir Frauen manchmal gerne etwas nachlässig. Ob es das Naschen zur nächtlichen Stunde betrifft (Insulinspiegel olé) oder das Rauchen in Verbindung mit Hormonpräparaten - was soll der Geiz? Es wird schon nichts passieren. In letzter Zeit häufen sich allerdings Meldungen, dass eine nicht unerheblich gestiegene Zahl junger Frauen beinahe an Thrombosen oder Embolien gestorben wäre und einmal mehr stellt sich mir die Frage: Warum tun wir uns das überhaupt an? Für schönere Haut, volleres Haar, geringere Menstruationsbeschwerden oder damit Männer einfach ganz ungeniert auf ihre Kosten kommen? Früher - vornehmlich während der Teeny Zeit und in den Zwanzigern - gab es eine Menge Gründe, die die Einnahme des Superpräparats gerechtfertigt hätten, heute bin ich glücklicherweise schlauer.

 

Auch ich habe jahrelang die Vorzüge der Anti-Baby-Pille genossen, habe ganz unbedarft an der Uhr gedreht & Mutter Natur nach Lust und Laune einen Strich durch die Rechnung gemacht. Fuck, in zwei Wochen ist voll die geile Party, aber ich bekomm meine Tage. Boah, keinen Bock drauf! Kurzerhand die Dame des Vertrauens befragt, das Okay für den Hormon Overkill eingeholt & einen Blister nach dem anderen in mich hineingeschaufelt. Was soll schon passieren? Die Ärztin meinte schließlich, das alles sei kein Problem. Schlimm genug, dass Ärzte noch nicht einmal davon abraten, aber dass ich es tatsächlich gebracht habe, jahrelang ohne Wenn & Aber diese Hormonkeule zu schwingen, ist mehr als verantwortungslos. Seit inzwischen fast zwei Jahren bin ich geheilt. Juhu! Ich kann Euch gar nicht sagen, wie unfassbar glücklich ich darüber bin. Wenn man bedenkt, wie gefährlich sogenannte Mikropillen heutzutage sind, kann man sich glücklich schätzen, dass bis jetzt nichts Schlimmeres passiert ist. Sicher fragt Ihr Euch, wieso ich diesen Beitrag gerade jetzt schreibe. Stein des Anstoßes war eine Geschichte, die ich neulich (während des Schreibens) bei unserem Regionalsender 1Live hörte. Ein junges Mädchen berichtete von ihren Erfahrungen mit der vollkommen ungefährlichen Mikropille. Zumindest war das die Kernaussage des behandelnden Arztes, als man ihr das Hormonpräparat verabreichte. Die Pille und ungefährlich? Das wäre mir neu. Das Ende vom Lied war, dass ein kerngesundes, 22jähriges Mädchen mit einer doppelten Lungenembolie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo es aufgrund eines Kollaps für mehrere Minuten klinisch tot war. Nur durch das schnelle Reaktionsvermögen der Mediziner konnte die junge Frau gerettet werden. In den 60er Jahren war die Pille vielleicht ein Segen, heute sollte man sich jedoch dreimal überlegen, ob man sich dieser Gefahr wirklich aussetzen möchte.

 

Franny Fine macht sich Gedanken um die Risiken der AntiBaby Pille

 

Mehr als mein halbes Leben habe ich die Pille genommen, bevor ich Anfang 2013 den Entschluss fasste, es endgültig "ohne" zu versuchen. Was sich hier erst einmal krass anhört, war damals eine Entscheidung aus der Not heraus. Ich befand mich mitten in der Pupertät, geplagt von fettigen Haaren, Pickeln & Mitessern. Ich hatte massive Unterleibsschmerzen & Stimmungsschwankungen, die selbst meine Angehörigen in die Flucht schlugen. Das alles wollte ich nicht mehr, eine Lösung musste her. Nach dem ersten Beratungsgespräch bei einer Frauenärztin konnte ich glücklicher kaum sein. Es hörte sich alles so verlockend an. Gesundheitliche Bedenken kannte man damals nicht oder sie wurden kurzerhand beiseite geschoben. Bahn frei für das Must Have der Jugend. Dass ich damals allerdings bereits einen Mini Schlaganfall hinter mir hatte & in der Zukunft an hormonellen Störungen bis hin zu Bluthochdruck leiden könnte, hatte ich alles nicht bedacht. Oder besser gesagt: Ich hatte keine Ahnung. Weder war ich Mediziner noch erwachsen. Ich verließ mich auf die Unterstützung meiner Ärzte, immerhin war ich hier in guten Händen. Oder etwa nicht? Ich muss natürlich dazu sagen, dass glücklicherweise nie ernsthafte Zwischenfälle aufgetreten sind, aber dass ich mich eines Tages gegen die Pille entscheiden würde, war die beste Entscheidung meines Lebens.

 

Ich brauch keine Hormonbombe, um verhüten zu können. Mit ein wenig Feingefühl den körperlichen Signalen gegenüber & einer phantastischen App klappt das heute auch problemlos so. Ich brauch keine Hormonbombe für ein klares Hautbild. Lieber arrangiere ich mich mit ein paar Pickeln & Mitessern, statt eines Tages an einem Blutgerinnsel sterben zu müssen. Und noch viel weniger brauch ich ein Präparat, dass meinen Hormonhaushalt ständig durcheinanderwirbelt, während meine Schilddrüse Mühe & Not hat, diesen zu regulieren. Als ich eines Tages feststellte, dass ein Leben ohne Kopfschmerzen & akute hormonelle Schwankungen überhaupt nicht mehr möglich war, zog ich die Reißleine. Kein Kerl der Welt ist es mir wert, dass ich für ein paar amouröse Schäferstündchen meine Gesundheit auf´s Spiel setze & das sollte auch Euch zu denken geben. Ihr Lieben, ein kleiner Appell an Euer Gewissen. Bitte überlegt Euch gut, ob Ihr die Risiken dafür in Kauf nehmen möchtet. Die Pille scheint heute gefährlicher denn je zu sein. Und solltet Ihr - genauso wie ich - an hormonellen Störungen leiden (z.B. Hashimoto Thyreoiditis), Bluthochdruck oder ein (familiär bedingt) erhöhtes Herzinfarkt / Schlaganfall Risiko haben, dann macht Euch bitte einmal mehr bewusst, ob Ihr dieses Risiko weiterhin tragen möchtet. Der Mann an Eurer Seite liebt Euch mit Sicherheit auch ohne dieses kleine, runde Mistding :-)

 

 

 

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Kommentare: 9
  • #1

    Maries Testexemplar (Donnerstag, 26 November 2015 13:38)

    Ein interessanter Beitrag.
    Ich selbst nehme bald wieder die Pille.
    Dabei verwende ich aber nicht die Pille mit den zwei Hormonen Gestagen und Östrogen, sondern nur eine Pille die lediglich Gestagen und keine Östrogene enthält.
    Die letzten Jahre war ich damit immer wieder zufrieden. Mein Arzt hat mich auch aufgeklärt welche Nebenwirkungen auftreten können, bzw. ich habe diese in der Packungsanweisung nachgelesen.-
    Du hast recht, man kann sicherlich auch ohne, doch jedes Medikament hat Nebenwirkungen, man darf quasi eigentlich nichts mehr nehmen wenn man seinem Körper nicht schaden möchte.
    Liebe Grüße Marie

  • #2

    Franny (Donnerstag, 26 November 2015 16:24)

    Hallo Marie, vielen Dank für Deinen lieben Beitrag. Ja natürlich, schlussendlich muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber seitdem man so viele Horrorszenarien hört, habe ich das Bedürfnis, ein wenig wachzurütteln ;-) Für mich wird die Pille nicht mehr in Frage kommen...einfach aus dem Grund heraus, da meine Schilddrüse defekt ist & alles was die Schilddrüsentabletten versuchen ins Lot zu bringen, wirbelt die Pille wieder durcheinander. Das wäre ein ewiges Katz & Maus Spiel. Seitdem ich die Pille nicht mehr nehme, geht es mir nur noch phasenweise schlecht, was allerdings auszuhalten ist. Wenn man gute Erfahrung mit der Pille macht, dann darf es selbstverständlich auch so bleiben. Trotzdem sollte eine Hormonbombe wie die Pille niemals als Dauerlösung angesehen werden.

    LG, Franny

  • #3

    Annika Michel (Donnerstag, 26 November 2015 19:05)

    Eine gute Beratung dazu ist auf jeden Fall wichtig - es gibt eben wie du sagst auch Nachteile und nicht nur Vorteile dabei. Die Pille zu nehmen nur für schönere Haut würde ich auch sehr übertrieben finden.
    Noch greife ich auch dazu, mir ist momentan einfach die Sicherheit noch sehr wichtig bis dann alles passt und auch gerne mal ein Kind kommen kann ;)

    Liebe Grüße,
    Annika

  • #4

    Franny (Freitag, 27 November 2015 10:40)

    Du hast schon Recht, eine gute Beratung ist immens wichtig, aber scheinbar kann man sich heutzutage ja noch nicht einmal mehr auf das Urteil der Ärzte verlassen. Man bekommt zwar gesagt, dass die unterschiedlichen Pillenpräparate ungefährlich sind, die Berichte betroffener Frauen mit Thrombosen oder Embolien sprechen allerdings eine andere Sprache. Klar, die Pille ist sicher, aber ich muss echt sagen, dass man mit dieser App (die ich auf dem Handy habe) ziemlich genau nachhalten kann, wann Tante Erna zu Besuch kommt & wann der Klapperstorch über´s Hausdach fliegen könnte :p

  • #5

    Katja T. (Samstag, 27 Februar 2016 01:04)

    Grundsätzlich bin ich deiner Meinung Franny. Auch ich gehöre zu den Frauen die sich wünschen auf die Pille verzichten zu können.
    Dein Kommentar in dem du von deiner defekten Schilddrüse schreibst, wirft allerdings fragen bei mir auf.... Auch ich nehme L-Thyroxin zur Behandlung einer SD-Erkrankung ein. Regelmäßig lasse ich den TSH-Wert beim Arzt überprüfen, um die Dosierung ggf. anzugleichen. Ich verstehe nicht warum dein Arzt die Dosierung nicht anpasst, wenn die Wirkung des L-Thyroxins durch die Pille gestärkt oder gehemmt wird bzw, warum nicht ein Pillenwechsel vorgeschlagen wird.

    Liebe Grüße

    Katja T.

  • #6

    Franny (Samstag, 27 Februar 2016 01:29)

    Liebe Katja

    Vielen Dank für Deinen Kommentar. Es kommt natürlich darauf an, welche Schilddrüsenerkrankung man hat. Da ich unter Hashimoto leide (eine Fehlfunktion des Immunsystems), sind zusätzliche Hormone in Form von Pillenpräperaten nicht gerade von Vorteil für mich. Vielleicht hast Du meinen Beitrag auch etwas falsch verstanden, aber ich bin tierisch froh darüber, die Pille nicht mehr zu nehmen, da ich in meiner Jugend bereits einen Schlaganfall hatte & auch ein gewisses Risiko dafür habe. Die Sache mit der Schilddrüse kommt dann noch hinzu. Ich möchte die Pille nicht mehr nehmen. Und irgendwie hatte ich gehofft, mit meinem Beitrag bei anderen Frauen etwas zu erreichen. Die Hormone der Pille sind nicht ungefährlich und darauf wollte ich aufmerksam machen.

    Aber mach Dir keine Sorgen....die SD Hormone sind erst mal kein Problem für Dich :-)

  • #7

    Katja T. (Samstag, 27 Februar 2016 01:43)

    Naja... unabhängig davon welche Art einer Schilddrüsenerkrankung vorliegt, wird bei einem zu hohem SD-Wert L-Thyroxin verabreicht (Wechselwirkungen mit anderen Präperaten sind daher auch unabhängig von der SD-Erkrankung, sondern von den eingenommenen Medikamenten).
    Das mit dem Schlaganfall tut mir leid, da ist es selbstverständlich, dass du ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein entwickelt hast. Ich hoffe auch, du erreichst mit diesem Beitrag etwas bei anderen Frauen. Denke wir sind in dieser Hinsicht viel zu blauäugig ggü. der Pharmaindustrie....

    Deinen letzten Satz verstehe ich leider nicht :-( (???)

  • #8

    Franny (Samstag, 27 Februar 2016 01:58)


    Ich hatte das so verstanden, dass Du Dir Sorgen bezüglich der Schilddrüsenhormone machst & wollte Dich mit dem letzten Satz einfach nur beruhigen :-) Auch wenn mein Schilddrüsenwert mal in die Höhe schießt, wäre die Einnahme des Pillenpräparats eher kontraproduktiv für mich. Du musst Dir das so vorstellen: Die Schilddrüsenhormone sorgen dafür, dass der Hormonhaushalt wieder in Ordnung kommt & dann kommt die Pille & wirbelt alles wieder durcheinander. Damals habe ich mich ständig schlecht gefühlt. Permanent Kopfschmerzen & fast immer Heulattacken. Das wünsche ich niemandem.

    So, ich gehe mal schlafen! Hoffe, Du findest die passende Medikation für Dich ;-)

    Liebe Grüße
    Franny

  • #9

    Katja T. (Samstag, 27 Februar 2016 02:06)

    Am liebsten gar keine ;-)


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